Covid-19 Verlauf im Landkreis Ahrweiler

Visualisierung der Fallzahlen auf Orts-Ebene

Grafische Darstellungen des Covid-19 Epedimie Verlaufs im Landkreis Ahrweiler. Die Daten aus den Pressemeldung des Landkreises bis zum 17.06.2021 und die an das Robert Koch Institut bis zum 20.06.2021 gemeldeten Zahlen sind hier berücksichtigt.

Eine PDF-Version ist unter Covid-19-LK-Ahrweiler.pdf verfügbar.

Die Einwohnerzahlen der Gemeinden sind Wikipedia entnommen und haben den Stand 31.12.2019.

Die Inzidenz je 100.000 Einwohner sind bei Gemeinden sehr volatil, da jeder neue Fall einen Sprung um 5-10 Zählerwerte bedingt. Die Normierung auf 100.000 Einwohner ist jedoch das übliche Verfahren und erlaubt einen Vergleich zwischen den Gemeinden und dem Landkreis.

Zur der in Deutschland gebräuchlichen Angabe der 7-Tages Inzidenz ist zudem die 14-Tages Inzidenz angegeben.1 Dieser Wert ist in der EU und einigen Nachbarländern gebräuchlich. In Deutschland entspricht diese Zahl in der Regel den „aktiven Fällen“.2

In den Diagrammen zur Fallzahl ist am rechten Rand die „Durchseuchung“ eingetragen. Dieser Wert ist derzeit zum Glück noch im niedrigen einstelligen Prozent Bereich und zeigt den weiten Weg bis zur Herdenimmunität ohne Impfstoff.

Es werden Scalable Vector Grafiken verwendet. Diese erlauben eine stufenlose Vergrößerung. Am besten nutzen sie dies indem sie dem Link in der Beschriftung folgen, wenn sie explizite Teilausschnitte der jeweiligen Grafik betrachten wollen.

1 Covid-19 Epidemie in den Orten des Landkreis

Der Landkreis berichtet die Zahlen mit räumlicher Zuordnung.3 Die Aufgliederung umfasst Gemeinschaften von knapp über 10.000 Einwohner (Verbandsgemeinde Altenahr) bis unterhalb 30.000 Einwohner (Stad Bad-Neuenahr-Ahrweiler).

Dies sind relativ kleine Gruppen für die Betrachtung Inzidenzwerte. Ein neuer Fall in der Verbandgemeinde Altenahr sorgt für einen Anstieg der Inzidenz um fasst 10 Zählerpunkte.

Die Zahlen für Weihnachten 2020, Jahreswechsel 20/21 und Ostern 2021 beinhalten „Datenlücken“ da statt kontinuierliche Tagesmeldungen nur akkumulierte Feiertagsdaten durch die Kreisverwaltung bekannt gegeben wurden.

1.1 Landkreis Ahrweiler

Table 1: Daten zum Landkreis Ahrweiler
aktuelle 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 6,14
aktuelle 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 16,14
maximale 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 163,73 am 12.11.2020
maximale 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 315,94 am 19.11.2020
Neuinfektionen / in 7 Tagen / in 14 Tagen 0 / 8 / 21
Einwohner 130086
Infektionen gesamt 4502 (34,60 ‰)
Infektionen aktiv 28
Verstorben 52 (0,39 ‰)
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Figure 1: Verlauf Neuinfektionen im Landkreis Ahrweiler
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Figure 2: Verlauf der Inzidenzwerte im Landkreis Ahrweiler

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1.2 Gemeinde Grafschaft

Table 2: Daten zur Gemeinde Grafschaft
aktuelle 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 0,00
aktuelle 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 0,00
maximale 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 218,63 am 16.11.2020
maximale 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 337,06 am 16.11.2020
Neuinfektionen / in 7 Tagen / in 14 Tagen 0 / 0 / 0
Einwohner 10977
Infektionen gesamt 351 (31,97 ‰)
Infektionen aktiv 0
Verstorben 1 (0,09 ‰)
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Figure 3: Verlauf Neuinfektionen in der Gemeinde Grafschaft
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Figure 4: Verlauf der Inzidenzwerte in der Gemeinde Grafschaft

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1.3 Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler

Table 3: Daten zur Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler
aktuelle 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 3,51
aktuelle 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 17,56
maximale 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 203,73 am 11.04.2021
maximale 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 382,88 am 18.04.2021
Neuinfektionen / in 7 Tagen / in 14 Tagen 0 / 1 / 5
Einwohner 28468
Infektionen gesamt 1143 (40,15 ‰)
Infektionen aktiv 10
Verstorben 11 (0,38 ‰)
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Figure 5: Verlauf Neuinfektionen in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler
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Figure 6: Verlauf der Inzidenzwerte in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler

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1.4 Stadt Remagen

Table 4: Daten zur Stadt Remagen
aktuelle 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 23,36
aktuelle 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 40,89
maximale 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 286,28 am 22.12.2020
maximale 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 408,97 am 27.12.2020
Neuinfektionen / in 7 Tagen / in 14 Tagen 0 / 4 / 7
Einwohner 17116
Infektionen gesamt 627 (36,63 ‰)
Infektionen aktiv 8
Verstorben 3 (0,17 ‰)
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Figure 7: Verlauf Neuinfektionen in der Stadt Remagen
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Figure 8: Verlauf der Inzidenzwerte in der Stadt Remagen

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1.5 Stadt Sinzig

Table 5: Daten zur Stadt Sinzig
aktuelle 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 5,67
aktuelle 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 22,68
maximale 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 408,39 am 02.01.2021
maximale 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 657,96 am 20.11.2020
Neuinfektionen / in 7 Tagen / in 14 Tagen 0 / 1 / 4
Einwohner 17630
Infektionen gesamt 876 (49,68 ‰)
Infektionen aktiv 4
Verstorben 27 (1,53 ‰)
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Figure 9: Verlauf Neuinfektionen in der Stadt Sinzig
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Figure 10: Verlauf der Inzidenzwerte in der Stadt Sinzig

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1.6 Verbandsgemeinde Adenau

Table 6: Daten zur Verbandsgemeinde Adenau
aktuelle 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 0,00
aktuelle 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 0,00
maximale 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 407,00 am 30.10.2020
maximale 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 583,62 am 05.11.2020
Neuinfektionen / in 7 Tagen / in 14 Tagen 0 / 0 / 0
Einwohner 13022
Infektionen gesamt 337 (25,87 ‰)
Infektionen aktiv 0
Verstorben 3 (0,23 ‰)
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Figure 11: Verlauf Neuinfektionen in der Verbandsgemeinde Adenau
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Figure 12: Verlauf der Inzidenzwerte in der Verbandsgemeinde Adenau
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Figure 13: Verlauf der Fallzahlen in der Verbandsgemeinde Adenau

1.6.1 Großer Preis der Eifel 2020

Am 11.Oktober fand am Nürburgring der Großer Preis der Eifel 2020 statt. Die geplante erlaubte Teilnehmerzahl sollte 20.000 Besucher betragen.4

Durch die wieder ansteigenden Fallzahlen in Deutschland war die tatsächliche Besucheranzahl dann reduziert auf etwa 13.500 Besucher.5

Die Anzahl der Besucher ist größer als die Gesamtzahl der Einwohner und der Verbandsgemeinde Adenau. Hinzu kommen noch Fahrer, Teams und andere Funktionsträger.

In Folge des Rennens kam es zeitverzögert zu einem sprunghaften Anstieg der Neuinfektionen in der Verbandsgemeinde Adenau. Bis zum 30.10.2020 stieg der 7-Tages Inzidenzwert von 0 auf 407. Im gesamten Monat Oktober wurden 80 Neuinfektionen in der Verbandsgemeinde verzeichnet.

1.7 Verbandsgemeinde Altenahr

Table 7: Daten zur Verbandsgemeinde Altenahr
aktuelle 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 0,00
aktuelle 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 0,00
maximale 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 274,97 am 11.04.2021
maximale 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 320,80 am 18.04.2021
Neuinfektionen / in 7 Tagen / in 14 Tagen 0 / 0 / 0
Einwohner 10910
Infektionen gesamt 293 (26,85 ‰)
Infektionen aktiv 0
Verstorben 4 (0,36 ‰)
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Figure 14: Verlauf Neuinfektionen in der Verbandsgemeinde Altenahr
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Figure 15: Verlauf der Inzidenzwerte in der Verbandsgemeinde Altenahr

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1.8 Verbandsgemeinde Bad Breisig

Table 8: Daten zur Verbandsgemeinde Bad Breisig
aktuelle 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 14,78
aktuelle 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 29,56
maximale 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 214,33 am 16.04.2021
maximale 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 384,33 am 28.11.2020
Neuinfektionen / in 7 Tagen / in 14 Tagen 0 / 2 / 4
Einwohner 13530
Infektionen gesamt 453 (33,48 ‰)
Infektionen aktiv 4
Verstorben 1 (0,07 ‰)
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Figure 16: Verlauf Neuinfektionen in der Verbandsgemeinde Bad Breisig
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Figure 17: Verlauf der Inzidenzwerte in der Verbandsgemeinde Bad Breisig

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1.9 Verbandsgemeinde Brohltal

Table 9: Daten zur Verbandsgemeinde Brohltal
aktuelle 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 0,00
aktuelle 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 5,42
maximale 7-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 217,00 am 29.04.2021
maximale 14-Tages Inzidenz je 100.000 Einwohner 298,37 am 30.04.2021
Neuinfektionen / in 7 Tagen / in 14 Tagen 0 / 0 / 1
Einwohner 18433
Infektionen gesamt 422 (22,89 ‰)
Infektionen aktiv 2
Verstorben 2 (0,10 ‰)
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Figure 18: Verlauf Neuinfektionen in der Verbandsgemeinde Brohltal
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Figure 19: Verlauf der Inzidenzwerte in der Verbandsgemeinde Brohltal

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2 Vergleich im Landkreis

2.1 Inzidenz

Hier ist visualisiert welcher Teil des Landkreise stärker (oder weniger) als der Durchschnitt des Landkreises am Infektionsgeschehen betroffen ist. Die hier angegebene Inzidenz des Landkreises als Vergleichswert ist der aus der Tagesdifferenz der Pressemeldungen errechnete Wert.6

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Figure 20: Verlauf der 7-Tages Inzidenzwerte im Landkreis Ahrweiler
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Figure 21: Verlauf der 14-Tages Inzidenzwerte im Landkreis Ahrweiler

2.2 Infektionsprävalenz

Die Infektionsprävalenz (oder einfacher „Durchseuchung“) zeigt an wie viele Einwohner ein Covid-19 Infektion seit Beginn der Pandemie haben. Die Zahlen sind hier, um Vergleichbarkeit herzustellen, normiert auf die Einwohnerzahlen.

Table 10: Infektionen in den Gebietskörperschaften
Ort Anzahl Durchseuchung in ‰
Gemeinde Grafschaft 351 31,97
Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler 1143 40,15
Stadt Remagen 627 36,63
Stadt Sinzig 876 49,68
Verbandsgemeinde Adenau 337 25,87
Verbandsgemeinde Altenahr 293 26,85
Verbandsgemeinde Bad Breisig 453 33,48
Verbandsgemeinde Brohltal 422 22,89
Landkreis gesamt 4502 34,60
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Figure 22: Verlauf Infektionsprävalenz im Landkreis Ahrweiler

Die derzeitige örtlichen Unterschiede sind in folgenden Diagramm dargestellt.

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Figure 23: Infektionsprävalenz im Landkreis Ahrweiler

2.3 Sterblichkeit

Table 11: Todesfälle in den Gebietskörperschaften
Ort Anzahl Mortalität in ‰
Gemeinde Grafschaft 1 0,09
Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler 11 0,38
Stadt Remagen 3 0,17
Stadt Sinzig 27 1,53
Verbandsgemeinde Adenau 3 0,23
Verbandsgemeinde Altenahr 4 0,36
Verbandsgemeinde Bad Breisig 1 0,07
Verbandsgemeinde Brohltal 2 0,10
Landkreis gesamt 52 0,39

Die Angaben hier sind nicht normiert, sondern geben die absoluten Sterbezahlen in den Gebietskörperschaften an.

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Figure 24: Verlauf der Sterbezahlen im Landkreis Ahrweiler

Eine auf die Einwohnerzahl normierte Sicht, und damit die Vergleichbarkeit zwischen den Gemeinden gibt das folgendes Diagramm der Mortalität wieder.

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Figure 25: Verlauf der Mortalität im Landkreis Ahrweiler

Die derzeitige örtlichen Unterschiede sind in folgenden Diagramm dargestellt.

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Figure 26: Mortalität im Landkreis Ahrweiler

3 Covid-19 Mutationen – „Virus-of-Concern“

Im Jahr 2021 wurde begonnen zu untersuchen ob unter den Neuinfektionen auch Mutationen aufgetreten sind. Am 8.2.2021 verlautbarte der Landkreis Ahrweiler ab sofort alle Neuinfektionen auf als Virus-of-Concern bekannte Mutationen zu prüfen.

Die Daten werden nur einmal in der Woche, meistens Sonntag, veröffentlicht. Die Abgrenzung der berichteten Neuinfektionen mit Mutationen je Kalenderwoche scheint jedoch nicht mit den allgemein (täglich) berichteten Neuinfektionen übereinzustimmen, da z.B. in Kalenderwoche 21/2021 mehr Mutationsfälle gemeldet wurden als Neuinfektionen in den einzelnen Pressemeldungen.

Seit dem 30.5.2021 berichtet der Landkreis Ahrweiler Anzahlen von Mutationen die höher sind als die Summe der Neuinfektionen mit Covid-19. Daraus ergeben sich rechnerisch Anteile von α-Mutationen von mehr als 100%.

Zu dem Sachverhalt wurde am 30.5. und 6.6.2021 und 13.6.2021 die Kreisverwaltung um Aufklärung und besserer Berichterstattung gebeten. Die Benennung auf welche Grundgesamtheit von Infektionen sich die bekanntgegebenen Virus-of-Concern Infektionsfälle beziehen wird bisher nicht von der Kreisverwaltung beantwortet. Warum hier eine unvollständige und zu Zweifeln anregende Informationspolitik vollzogen wird entzieht sich meinem Verständnis.

Am 14.6.2021 erhielt ich folgende Antwort:

„Die Meldung der Anzahl der VoC-Nachweise erfolgt stets retrospektiv. Sobald eine positive PCR-Probe auf SARS-CoV-2 vorliegt, kann erst im Anschluss ein Labor mit der Durchführung einer sog. Varianten-PCR oder Vollgenomsequenzierung beauftragt werden. Die Untersuchung dauert je nach angewandter Technik 3-7 Tage. Sie können die Anzahl der nachgewiesenen VoC daher nicht unmittelbar in Zusammenhang mit der Anzahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen setzen.“

Daraufhin frage ich nach der Anzahl der beauftragten Sequenzierungen die den Berichten in den jeweiligen Berichtszeiträumen zu Grunde liegt. Antwort war:

„Leider werden die von Ihnen gewünschten Daten nicht in dieser Form vorgehalten.“

Aufgrund dieser Situation stellte ich am 15.06.2021 diese Anfrage nach Landestransparenzgesetz.

Table 12: Anteil von „Virus of Concern“ Infektionen laut Bericht vom 13.06.2021 ist
Typ Anteil
α B1.1.7 („Britanien“) 110,00%
β B1.351 („Südafrika“) 0,00%
δ B1.617.2 („Indien“) 10,00%
„VOC“ allgemein 120,00%
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Figure 27: Anteil „Virus of Concern“ im Landkreis Ahrweiler

Der Landkreis veröffentlichte am Ostermontag 2021 auffällig abweichende Zahlen für Mutationen. Eine Erklärung oder Berichtigung ist nicht erfolgt.

4 Covid-19 Epidemie aufgeschlüsselt nach Alter

Die folgenden Daten geben die an das Robert Koch Institut bis zum 20.06.2021 gemeldeten Zahlen wieder.

Folgende Bevölkerungszahlen liegen den Berechnungen zugrunde.7

Table 13: Bevölkerung nach Alter
Altersgruppe Anzahl Anteil in %
0-4 Jahre 5815 4,47
5-14 Jahre 10864 8,35
15-34 Jahre 26890 20,67
35-59 Jahre 43371 33,33
60-79 Jahre 32628 25,08
80 und älter 10516 8,08
Insgesamt 130087  

4.1 Verlauf je Altersgruppe

Die hier dargestellten absoluten Zahlen je Altersgruppe sollten nicht ohne Skalierung auf die Bevölkerungszahlen der jeweiligen Altersgruppe verglichen werden. Die Spalten in ‰ zeigt den jeweiligen Anteil innerhalb der Altersgruppe bemessen am Bevölkerungsanteil der Altersgruppe.

Table 14: Fallzahlen insgesamt je Altergruppe
Altersgruppe Infektionen in ‰ verstorben in ‰
0-4 Jahre 190 32,67 0 0,00
5-14 Jahre 400 36,82 0 0,00
15-34 Jahre 1351 50,24 0 0,00
35-59 Jahre 1626 37,49 4 0,09
60-79 Jahre 583 17,87 13 0,40
80 und älter 285 27,10 35 3,33
unbekannt 23 n/a 0 n/a
Alle 4458 34,27 52 0,40

4.1.1 Infektionen

Der Verlauf der Infektionen je Altersgruppe sind in nachfolgendem Diagramm angegeben.

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Figure 28: Verlauf der Infektionen je Altersgruppe

Der gleiche Verlauf relativiert auf den Anteil der Altergruppe an der Gesamtbevölkerung ergibt das folgende Diagramm.

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Figure 29: Verlauf Infektionsprävalenz je Altersgruppe

Die derzeitige auf das Alter bezogenen Unterschiede der Infektionsprävalenz, also normiert auf die Bevölkerungsanteile, sind in folgenden Diagramm dargestellt.

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Figure 30: Verteilung der Infektionen je Altersgruppe

4.1.2 Todesfälle

Der Verlauf der Todesfälle je Altersgruppe sind in nachfolgendem Diagramm angegeben.

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Figure 31: Verlauf der Todesfälle je Altersgruppe

Der gleiche Verlauf relativiert auf den Anteil der Altergruppe an der Gesamtbevölkerung ergibt das folgende Diagramm.

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Figure 32: Verlauf Mortalität je Altersgruppe

Die derzeitige auf das Alter bezogenen Unterschiede sind in folgenden Diagramm dargestellt.

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Figure 33: Verteilung der Todesfälle je Altersgruppe

4.2 Inzidenz je Altersgruppe

Die Inzidenzwerte über alle Altersgruppen können abweichen von der aus den Pressemeldungen errechneten Zahl. Zu den Unterschieden in den Zahlen siehe auch den Kapitel Vergleich der Daten.

Seit dem 26.4.2021 wird hier im Unterschied zu obigen Diagrammen das Meldedatum und nicht das Infektionsdatum zur Berechnung der Inzidenzen genutzt. Dadurch ist der systematische Unterschied zu den Daten aus den Pressemeldungen des Landkreises geringer.

4.2.1 Allgemein

Table 15: Daten zur 7-Tages-Inzidenz je Altersgruppe
Altersgruppe aktuell maximal am
0-4 Jahre 0 326 30.04.2021
5-14 Jahre 9 257 19.03.2021
15-34 Jahre 7 241 08.11.2020
35-59 Jahre 4 205 12.11.2020
60-79 Jahre 0 110 12.01.2021
80 und älter 0 332 03.01.2021
alle 3 169 21.11.2020
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Figure 34: Verlauf der 7-Tages Inzidenz je Altersgruppe
Table 16: Daten zur 14-Tages-Inzidenz je Altersgruppe
Altersgruppe aktuell maximal am
0-4 Jahre 0 429 06.05.2021
5-14 Jahre 36 368 29.04.2021
15-34 Jahre 14 446 02.05.2021
35-59 Jahre 13 387 19.11.2020
60-79 Jahre 3 168 12.01.2021
80 und älter 0 523 10.01.2021
alle 11 323 19.11.2020
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Figure 35: Verlauf der 14-Tages Inzidenz je Altersgruppe

4.2.2 Kinder und junge Erwachsene

Die Altersunterscheidung der Kinder ist mit 0-4 Jahre und 5-14 Jahre leider nicht passend für die Unterscheidung zwischen Kindergarten, Grundschule und weiterführende Schule.

Auch fehlen die Jugendlichen und ältere Schüler vollkommen, da diese in der Altersgruppe 15-34 Jahren untergehen.

Der Landkreis gibt leider keine genaueren Daten bekannt, so das wir hier auf die öffentlich verfügbaren Daten des RKI mit den oben beschriebenen Mängeln zurückgreifen müssen.

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Figure 36: Verlauf der 7-Tages Inzidenz für Kinder und junge Erwachsene
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Figure 37: Verlauf der 14-Tages Inzidenz für Kinder und junge Erwachsene

4.2.3 Bevölkerung ab 35

Bei den Inzidenzgraphen gibt es für die ältere Bevölkerung des Landkreises Ahrweiler eine deutliche Ausprägung an „lokalen Maxima“. Diese lassen auf sogenannte „Clusterereignisse“ schließen. Es fällt zudem der deutliche Unterschied zwischen jungen und älteren Senioren auf.

  • Die jüngeren Senioren (60-79 Jahre) können sich besser als die Allgemeinbevölkerung vor Covid-19 schützen.
  • Die älteren Senioren (80 Jahre und älter) sind häufiger Teil von „Clusterereignissen“. Eine wahrscheinliche Interpretation ist das sie häufiger in sogenannten „Senioreneinrichtungen“ wohnen und sich daher schlechter gegen Covid-19 schützen konnten in dem ersten Jahr der Pandemie.

Der Erfolg der Impfungen in 2021 lässt sich gut an den älteren Senioren ablesen. Die Inzidenz dieser ist mit Fortschreiten der Impfungen unterdurchschnittlich.

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Figure 38: Verlauf der 7-Tages Inzidenz für Bevölkerung ab 35 Jahren
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Figure 39: Verlauf der 14-Tages Inzidenz für Bevölkerung ab 35 Jahren

5 Inzidenzberechnung auf unterschiedlichen Wegen

Die Inzidenzzahl ist eine einfache Normalisiernug von Anzahl Infektionen innerhalb einer Periode. Diese ist in Deutschland die 7-Tages Periode, in anderen Ländern die 14-Tages Periode.

Die Rechenregel ist: (Summe Infektionen in 7 Tagen) ⋅ 100.000 / (Anzahl Einwohner)

Die Unterschiede in der Berechnung beruhen auf dem Tag welchem eine Infektion erfasst bzw. zugeordnet wird.

  • Bis zum 25.4. berechnete der Landkreis die Inzidenz auf Basis des Tages, wann die Infektion beim Gesundheitsamt erfasst wurde, die sogenannte Tagesdifferenz .
  • Seit dem 26.4 rechnet er diesen Wert nicht mehr aus und bezieht sich auf den systematisch kleineren Inzidenzwert des RKI, der über das Meldedatum berechnet wird. Die Berechnung dieses Wertes für den 25.4. wies einen um 9 Punkte reduzierten Inzidenzwert aus (123 → 114).

Das die vom RKI angegebene Inzidenz in der Regel niedriger ausfällt liegt an folgenden Problemen. Siehe hierzu auch die graphische Visualisierung der Differenzen im Kapitel „Differenzvergleich Inzidenzwerte“.

5.1 Meldekette und Meldeverzug

Die Meldekette ist der Weg:

Testlabor/Arzt → Gesundheitsamt im Landkreis → Landesbehörde → RKI

Für den ersten Schritt von Test zum Gesundheitsamt sind maximal 24h für die Übermittlung der Daten vorgeschrieben. Für jeden weiteren Schritt darf der Verzug einen Arbeitstag in Anspruch nehmen. So kann eine Infektion von der Erkennung bis zum Erfassung beim RKI 3 Arbeitstage andauern. Geht dieser Zeitraum über ein Wochenende darf dies 5 Tage dauern.

In der Regel geht die Meldung schneller, aber es gab immer wieder Vorkommnisse wo durch tatsächliche oder angebliche Probleme der Datenübermittlung es zu erheblichen Meldeverzug gekommen ist.

Dieses Thema wird auch vom RKI erläutert in Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 / Krankheit COVID-19.

5.2 Meldedatum

Welchem Tag wird eine Infektion zur Inzidenzberechnung zugeordnet wird verzerrt die Zahlen stark. Das RKI schreibt hierzu (s.o.):

„Bei den Fällen in den letzten 7 Tagen und der 7-Tage-Inzidenz liegt das Meldedatum beim Gesundheitsamt zugrunde, also das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat (also nicht das Datum, an dem ein Fall im RKI übermittelt wird).“

Das Land Rheinland-Pfalz erläutert diese Festlegung in Hinweise zur Berechnung der 7-Tages-Inzidenz wie folgt:

„Die 24 Gesundheitsämter des Landes übermitteln fortlaufend neue Fälle von COVID-19 an das Landesuntersuchungsamt. Hierbei legt das Gesundheitsamt das Meldedatum fest. Es ist definiert als Zeitpunkt, zu dem das Gesundheitsamt Kenntnis von einem Infektionsfall erhält und diesen im elektronischen Übermittlungssystem SurvNet-RKI anlegt. Das Meldedatum ist somit nicht identisch mit dem Zeitpunkt (Datum) der Übermittlung des Meldefalles an das LUA. Der Übermittlungszeitpunkt kann im Einzelfall mehrere Tage später liegen, z.B. wenn das Gesundheitsamt nach dem Bekanntwerden eines Falles noch weiter ermitteln muss, um dadurch überhaupt erst die Grundlage für eine Übermittlung zu schaffen.“

Gerade der letzte Satz zeigt das Problem. Im Extremfall ist ein Meldezeitpunkt festgelegt, welcher mehr als 7-Tage zurück liegt. In diesem Fall geht die Infektion nicht mehr in die Inzidenzberechnung ein.

Ein zusätzliches Problem ist das die genutzten Softwarewerkzeuge nicht alle die Angabe des Meldedatum auf Plausibilität prüfen. So wurden nach dem Jahreswechsel 2020/21 oft noch die Jahreszahl 2020 angegeben. Diese Fälle entfielen dann in der Inzidenzberechnung.

In obigen Artikel gibt das Land Rheinland-Pfalz ein Rechenbeispiel wie über das schwammige Meldedatum die Inzidenz im Land von der Berechnung via Tagesdifferenz 89,3 um 11 Punkte auf 78,3 reduziert. Nachfolgend zu dieser Rechnung schreibt das Land:

„Gleiches gilt für die Berechnung in den einzelnen Gebietseinheiten, d.h. Kreisen und kreisfreien Städten. Aufgrund der geringeren Bevölkerung und damit Bezugsgröße für die Berechnung der Inzidenz machen sich kleinere Abweichungen dort mitunter noch stärker bemerkbar.“

5.3 Keine Aktualisierung

Die Fallzahl und das jeweilige Meldedatum kann sich nachträglich ändern.

  • Die Fallzahl insgesamt durch „Umzug“ eines Falles zwischen Landkreisen.
  • Das Meldedatum ändert sich durch genauere Erkenntnisse oder schlicht die Korrektur einer Falscheingabe.

Rückwirkende Änderungen des Inzidenzwertes werden jedoch beim RKI nicht durchgeführt. So kann für die Berechnung durch eine „Falscheingabe“ die Inzidenz unter den Schrankenwert (z.B. 100) gesenkt werden. Trotz nachträgliche Korrektur der Meldung bleibt dieser „falsche“ Inzidenzwert weiterhin Grundlage der sogenannten Bundesnotbremse.

5.4 Quintessenz

Ein rationaler Mensch oder Mathematiker würde bei der Auswahl eines Rechenverfahrens zur Inzidenzberechnung bevorzugen, welches den Fehler minimiert.

Der Weg der Inzidenzfeststellung durch das RKI ist jedoch ein Rechenverfahren welches 3 Fehlerquellen sich selbst verstärkend kombiniert:

  1. Meldeverzug
  2. Die Möglichkeit bzw. der Standardfall das eine Infektion für weniger als 7 Tage in die Inzidenzberechnung eingeht.
  3. Keine Korrekturen bei verbesserter Datenlage.

Weitere Informationen zu diesem Thema sind in einem Artikel bei „heise online“ zu finden.

6 Datenbasis

Die hier generierten Darstellungen beruhen auf den aufbereiten Daten in folgenden Dateien. Das Format ist in der Datei beschrieben. Die Verwendung dieser Dateien unterliegt der gleichen Lizenz wie dieses Dokument.

6.2 Daten des RKI

6.2.1 Altersangaben

Die Daten bezüglich der Altersgruppen ist entnommen den vom Robert Koch Institut unter https://opendata.arcgis.com/datasets/dd4580c810204019a7b8eb3e0b329dd6_0.csv?where=Bundesland%20%3D%20%27Rheinland-Pfalz%27%20AND%20Landkreis%20%3D%20%27LK%20Ahrweiler%27 publizierten Daten. Diese enthalten die Meldungen bis zum 20.06.2021. Diese Daten unterliegen der Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0.

Zum Format der Daten siehe die Webseite RKI COVID19 NPGEO Corona Hub und Beschreibung Attribute. Hierbei kann eine grobe Klassifizierung in 6 Altergruppen oder eine feinere Klassifizierung in Altersgruppen von jeweils 5 Jahren verwendet werden. Der Landkreis Ahrweiler verwendet die grobe Einteilung. Wünschenswert wäre die feinere Aufteilung, die auch Aussagen über die Altersgruppen 15-20,20-25,25-30,30-35 erlauben würde, da hier starke Abweichungen im Lebensbedingungen und Verhalten zu erwarten sind. Wie aus Pressemitteilungen des Landkreises zu entnehmen liegen die Daten in dieser feineren Granularität vor. Eine Anfrage diese hier nutzen zu dürfen wurde leider negativ beantwortet.

Die aufbereiteten Daten für die Darstellung hier befinden sich unter:

rki-aw-announce.c42-data
Aggregiert über „Meldedatum“
rki-aw-infection.c42-data
Aggregiert über „Referenzdatum“ (vermutlicher Tag der Infektion/Tod)

Für die Inzidenzberechnungen wurden die Bevölkerungszahlen anhand der Daten des Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz für den Landkreis Ahrweiler zum 31.12.2019 extrapoliert.7 Die angenommenen Zahlen je Altersgruppe sind im Kapitel Covid-19 Epidemie aufgeschlüsselt nach Alter dokumentiert.

6.2.2 Inzidenz

Die vom RKI festgestellten (oder festgelegten) Inzidenzwerte sind unter https://www.rki.de/inzidenzen angeben. Hier findet sich der Link auf das täglich aktualisierte Spreadsheet im properitären Microsoft-Format. Die Angabe ist zudem nicht barrierefrei, d.h. insbesondere für Menschen mit Sehbehinderung nicht einsehbar.

Die Interpretation des Datums ist hier unterscheidet sich hier von den anderen Daten, da hier gemeldete Inzidenzwert sich immer auf die Meldungen des Vortages bezieht. Die hier angegebene Inzidenz zum 2.4.2021 beruht auf den Daten des 1.4.2021.

Die extrahierten Daten befinden sich unter rki-incidence.c42-data9

7 Vergleich der Daten

Die Infektionszahlen der beiden Datenquellen konvergieren, haben jedoch einen Verzug in der zeitlichen Zuordnung. Dieser Unterschied hat mehrere Quellen:

  • Ein Infektions aus den Pressemeldungen kann eine früheres Datum der Erkrankung in den Meldungen an das RKI zugeordnet sein.
  • Unterschiedliche Systematik der Zählung. Siehe hierzu auch die Website COVID Risiko Deutschland nach Ländern und Kreisen:

    „Fälle strikt 7 Tage enthält zum Vergleich die Berechnung, mit der das RKI die 7-Tage-Inzidenz ermittelt (Spalte "absolut"). Dabei fallen alle Fälle unter den Tisch, deren Meldedatum beim Gesundheitsamt älter als 7 Tage ist. "RKI ignoriert" enthält die Zahl der Fälle, die dabei wären, würde man bis zu 14 Tage Meldeverzug zulassen, so wie es hier allen anderen Berechnungen zu Grunde liegt. "RKI ignoriert %" ist der Prozentsatz an ignorierten Fällen. Ein hoher Prozentsatz ist ein Indikator dafür, dass die Gesundheitsämter vor Ort überlastet sind. Bemerkenswert ist, dass einige Ämter as auch bei hohen Fallzahlen schaffen, sämtliche Fälle innerhalb von 7 Tagen zu testen und die Ergebnisse ans RKI zu übermitteln und 0 ignorierte Fälle zu produzieren. Die von lokalen Behörden ausgewiesene Inzidenz kann in der Nähe des "strikten" RKI-Werts ("absolut") liegen oder näher an meinem Wert ("Fälle letzte 7 Tage"), je nachdem, wie vor Ort gerechnet wird.“

  • Nicht übermittelte Fälle oder andere Prozessprobleme.

7.1 Differenzvergleich Inzidenzwerte

Die Inzidenzwerte aufgrund der Tagesdifferenz der Pressemeldungen des Landkreises und die Angabe des RKI unterscheiden sich. Siehe hierzu den Kapitel „Inzidenzzahlen nach verschiedener Systematik“.

Für die sogenannte „Bundesnotbremse“ gelten immer der Tag für den das RKI den sogenannten „eingefrorenen“ Wert feststellt. Dies ist der Folgetag des „Meldungsdatum“.

Die vom RKI festgestellten Inzidenzwerte sind im Diagramm immer für den Vortag eingetragen, da sie die Daten des Vortages widerspiegeln und somit auch mit dem Tagesendstand der Pressemeldung des Vortages verglichen werden müssen.10

7.1.1 Vergleich verschiedener Methodiken

Gepunktet bzw. gestrichelt sind die Inzidenzwerte eingeblendet die sich aus den RKI Daten in 6.2.1 ergeben.

Infektionsdatum
Die letzten 7-14 Tage werden hier zu niedrige Werte angegeben, aber für weiter zurückliegende Zeiträume entspricht dies eher dem „wahren“ gemessenen Infektionsgeschehen.
Referenzdatum
Sollte ähnlich zur offiziellen RKI Inzidenz sein, berücksichtigt aber Datenkorrekturen.
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Figure 40: Differenz der gemeldeten Fallzahlen in Pressemeldungen und laut RKI Feststellung

7.1.2 Vergleich Bundesnotbremse

Für die sogenannte „Bundesnotbremse“ ab Ende April 2021 zählt der „eingefrorene“ Wert des RKI. Das nachfolgende Diagramm vergleicht die die Differenz es zwischen der „neuen“ Zählweise der „eingefrorenen“ unberichtigten RKI Inzidenz und der „alten“ Zählweise über die „Tagesdifferenz“ beim Gesundheitsamt (→ Pressemeldungen).

Die starken Schwankungen bei den „Zählpausen“ Weihnachten und Ostern sollten ignoriert werden, da hier die „Tagesdifferenz“ aus den Pressemeldungen leicht fehlerhaft ist, da z.B. für Ostersonntag 2021 keine gesonderten Zahlen in der Pressemeldung ausgewiesen wurden.

Fällt die Differenz unter 0, dann sind Fälle durch „Meldeverzug“11 aus der Inzidenzberechnung beim RKI für den „eingefrorenen“ Wert herausgefallen.
Die negativen Werte geben hier den „Abschlag“ an, welcher der „eingefrorene“ RKI-Wert erfahren hat gegenüber dem „traditionellem“ Inzidenzwert über „Tagesdifferenz“.12

Die Unterschiede in der Differenz sind kein „Nullsummenspiel“. Da im „eingefrorenen“ RKI-Wert Korrekturen fehlen, insbesondere Fälle die verspätet gemeldet wurden, hat das „Integral“ einen negativen Wert.

Für die Entscheidung ob nach der „Bundesnotbremse“ die Infektionsschutzmaßnahmen gelockert oder verschärft werden gibt die Betrachtung des hierfür relevanten Ausschnittes einen Hinweis, ob hier Prozessprobleme oder andere Einflüsse diese Entscheidung beeinflussen. Ist in diesem Ausschnitt das „Integral“ deutlich negativ kann eine gewollte Beeinflussung des „eingefrorene“ RKI-Wertes durch Meldeverzug vorliegen.

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Figure 41: Differenz der Inzidenz „eingefroren“ RKI mit „Tagesdifferenz“ laut Pressemeldungen

7.2 Konvergenz der Datenquellen

Der Vergleich der Infektionszahlen zeigt die Konvergenz der Datenquellen bezüglich der Anzahl aller Infektionen.

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Figure 42: Vergleich der Infektionszahlen nach Quellen

Ab Ende April 2021 ist ein größer werdender Unterschied der Datenquellen zu beobachten. Diese sind begründet durch „Datenbereinigungen“ bei den RKI-Daten durch das Gesundheitsamt des Kreises Ahrweiler, durch die etliche Infektionsfälle aus dem Datenbestand entfielen.

Hierzu teilte Herr Klahn vom Gesundheitsamt per Email am 22.05.2021 mit:

„ […]die beobachtete Abnahme der Anzahl von Infektionsfällen geht im Wesentlichen auf automatische Qualitätssicherungsmaßnahmen zurück, durch die Datenbank-Inkonsistenzen bereinigt werden sollen. Es handelt sich dabei um Abgleiche zwischen den digitalen Fallakten in den Datenbanken der Meldesoftware SurvNet und der Software zur Kontaktnachverfolgung SORMAS-X. Bei größeren Updates in diesen Datenbanken können sich inkonsistente Datenbestände ergeben, da zur Zeit noch keine automatische Synchronisation in jeweils beide Richtungen erfolgen kann.

Durch Updates der Algorithmen, die die Fallkategorien ermitteln - und damit die Meldefähigkeit der Fälle selbst - können sich bei der täglichen Auswertung auch bei gleichem Datenstand unterschiedliche Abfrageergebnisse einstellen. Entgegen der üblichen Vorstellung werden keine Fallzahlen übermittelt, sondern Datenpakete mit Fällen, deren Bewertung und Zählung täglich neu erfolgt. In der Epidemiologie wird angestrebt, den neuesten Kenntnisstand abzubilden, damit hiermit eine gute Grundlage für Studien, spätere Berichte u. ä. vorliegt.

Die kumulierte Gesamtzahl der Fälle ist bereits aufgrund einer anzunehmenden hohen Dunkelziffer von geringerer Bedeutung als z.B. die Inzidenz, also die neuauftretenden Infektionsfälle in einem bestimmten Zeitraum. Deshalb sind spätere Änderungen der Gesamtzahl nicht sehr problematisch. Insbesondere, wenn diese Fälle außerhalb des Inzidenz-Zeitraumes liegen.

Ein grundsätzliches Problem bei der dezentralen Erfassung der Fälle sind weiterhin die unbeabsichtigten Variationen: Abweichende Schreibweisen, unterschiedliche Transkriptionen, verdrehte Geburtsdaten, falsche Adressangaben, sogar unterschiedliche Zeichensätze in den IT-Systemen der Datenzulieferer (Labore, Praxen). Diese Datensätze müssen im Nachhinein überprüft und ggf. wieder mühsam zusammengeführt werden. Auch dadurch können sich die Gesamtzahlen nachträglich verändern. Weitere Informationen werden auf den Internetseiten des RKI und des LUA RLP beschrieben.“

8 Lizenz

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Dies umfasst insbesondere die hier enthalten Texte und Diagramme und verlinkten Dateien mit Endung .c42-data. Die verwendeten Daten des Robert Koch Institutes unterliegen einer anderen Lizenz. Siehe hierzu den Abschnitt Daten des RKI.

Footnotes:

1

Die 14-Tages Inzidenz hat gerade bei kleineren Populationen wie Gemeinden oder Landkreisen einen deutlich stabileren Verlauf. Einmalige „Ausreißer“ nach oben oder unten haben bei der 7-Tages Inzidenz einen, gegenüber der 14-Tages Inzidenz, doppelt so starken Einfluss. Dieser wird verstärkt mit dem schon zuvor erklärten Sprung um mehrere Zählerwerte bei Populationsgröße deutlich kleiner als 100.000 Einwohner. Dies kann bei der 7-Tages Inzidenz leicht zu Fehlinterpretationen (in beiden Richtungen) Anlass geben.
Auch auf Ebene des Landkreises ist dieses Verhalten zu beobachten. Auch hier sollte bei der Situationsbeurteilung besser der 14-Tages Wert betrachtet werden. Die Sprunghaftigkeit wird kleiner auf Ebene der Bundesrepublik Deutschland, da hier solche „Ausreißer“ in beide Richtung täglich mehrfach vorkommen und so für eine „Glättung“ der Kurve sorgen.

2

Genormt auf 100.000 Einwohnern.

3

Die ist nicht in jedem Landkreis üblich, aber gerade bei der räumlichen Ausdehnung des Landkreise vom Rhein bis weit in die Eifel sinnvoll.

7

Für die Inzidenzberechnungen wurden die Bevölkerungszahlen anhand der Daten des Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz für den Landkreis Ahrweiler zum 31.12.2019 extrapoliert. Hierbei wurde bei Überschneidung der Altersgruppen beim Statistischen Landesamt mit den Altergruppen der Covid-Zahlen des Landkreises Ahrweiler eine Gleichverteilung innerhalb der Altersgruppe angenommen und die Zahlen anteilig nach Jahren aufgeteilt.

8

Das angegebene Datum entspricht dem Eintrag © Kreisverwaltung Ahrweiler - <Datum> im Fußteil der Pressemeldung.

9

In rki-incidence.c42-data sind die spalten für den Epochewert und Datum nicht gleichbedeutend. Der Epochewert bezeichnet aus Gründen der Vergleichbarkeit den Vortag, da der Inzidenzwert auf diesen beruht aber erst dem Folgetag als „amtlicher Inzidenzwert“ zugeordnet wird.

10

Anderenfalls würden die Werte sich alleine schon aufgrund des unterschiedlichen ursächlichen Bezugsdatum unterscheiden.

12

Traditionell im dem Sinne das diese Methodik im Landkreis Ahrweiler bis April 2021 angewendet wurde.

Last Updated: 2021-06-21 Mo 11:02

from: H.-Dirk Schmitt (dirk@computer42.org)